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Zuletzt vor 2 Wochen aktualisiert.

Achtsamkeit kommt aus der Lehre des Buddhismus. In der heutigen Form ist sie aber nicht spirituell. Sie dient dazu gedankliche Muster und Verhaltensweisen von einer Metaebene aus zu betrachten. Achtsamkeit bedeutet sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Denn das ist alles was zählt – die Vergangenheit ist längst vorbei und die Zukunft steht noch nicht fest. Dazu gehört aber auch sich selbst anzunehmen, sowie sich kein Urteil über die eigene Person zu bilden. Achtsamkeit kann zur Stressbewältigung beitragen, wenn Sie überanstrengt, besorgt oder deprimiert sind.

Achtsamkeit ist auch für Führungskräfte wichtig. Signalisieren Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie auf sie aufpassen. Schenken Sie Ihnen Aufmerksamkeit und geben Sie Ihnen damit ein Gefühl der Sicherheit. Oder würden Sie sich gut fühlen, wenn Sie etwas für Sie selbst wichtiges besprechen möchten, aber Ihr Gegenüber fertigt Sie kurz und knapp – quasi zwischen Tür und Angel – ab? Lesen Sie dazu auch gern meinen Blogbeitrag Mitarbeitervertrauen.

In Seminaren mit Pferden lässt sich Achtsamkeit trainieren. Sie gehen dabei auf die Pferde ein, beobachten sie und nehmen sie wahr. Pferde leben nur im Hier und Jetzt und sind dadurch in der Lage uns Menschen in der Gegenwart zu verankern. Sie spiegeln das Verhalten von uns Menschen und damit können Muster und Strategien sichtbar gemacht werden.

3 Masterkompetenzen auf dem Weg zur Achtsamkeit

Menschen die sehr fortgeschritten bzw. Achtsamkeitsprofis sind, verfügen über drei Masterkompetenzen bzw. Fähigkeiten.

So können sie die eigene Emotionen beobachten, ohne direkt auf sie reagieren zu müssen. Dadurch gewinnen sie Gelassenheit und können damit selbstbestimmt handeln.

Weiterhin können sie die eigenen Gedanken wahrnehmen, ohne auf sie reagieren zu müssen. Sie dadurch den Gedankenstrom an sich vorüberziehen lassen, ohne sich davon mitreißen zulassen. Damit können sie objektiver agieren.

Die dritte Kompetenz besteht darin, dass diese Menschen einfach sein können, anstatt etwas tun zu müssen. Denn sie wissen, dass nichts auf der Welt uns dauerhaft glücklich machen kann, außer wir uns selbst. So können sie bewusst positive Gefühle generieren und damit achtsamer und damit auch stressfreier ihren Alltag bestreiten.

Achtsamkeit trainieren

4 Achtsamkeitsübungen

Nachfolgend stelle ich vier Basiskompetenzen vor, mit denen Achtsamkeit trainiert werden kann.

Bei der ersten Übung geht es darum, die eigene Aufmerksamkeit auf einem gewählten Objekt zu halten. Dazu kann man sich zum Beispiel auf ein Bild oder auf eine Kerzenflamme konzentrieren, den eigenen Atem bewusst wahrnehmen oder auch sich auf die Atmung bei einem Pferd konzentrieren.

In der zweiten Übung geht es darum, Empfindungen differenziert wahrzunehmen. Dazu sollten wir lernen und trainieren unsere eigenen Gefühle zu unterscheiden. Also zum Beispiel ob wir genervt, enttäuscht, gestresst oder verängstigt sind. Hierzu eignet sich auch der zweite Schritt der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenburg, in der es darum geht Gedanken und Gefühle zu unterscheiden.

In der dritten Übung wird versucht einen Zustand von innerer Ruhe herzustellen. Dies kann zum Beispiel über Atemübungen erfolgen.

Die vierte Übung soll das Gedankenkarussell stoppen bzw. die Gedankenaktivitäten eindämmen. Dies kann zum Beispiel über Meditations- oder auch Konzentrationsübungen erfolgen.

Achtsamkeit durch positive Bestätigungen (Affirmationen)

Mit positiven Bestätigungen (Affirmationen) kann ebenfalls die eigene Wahrnehmung stärken und mehr Achtsamkeit erlangen. Diese Sätze kann man immer wieder wiederholen, um damit eine positive Botschaft im Unterbewusstsein zu verankern. Nachfolgend habe ich Ihnen einige Sätze aufgelistet:

  • Ich genieße es loszulassen.
  • Ich erlaube mir von Wohlbefinden umgeben zu sein.
  • Ich schalte ab und erlaube mir mich auszuruhen.
  • Meine Gedanken kontrollieren mich nicht, sie sind bloß Gedanken.
  • Ich akzeptiere was ich getan habe und mache weiter.
  • Ich bin gut so wie ich bin.

5 Kennzeichnen für Achtsamkeit

Bei einer Person die achtsam ist, finden sich die folgenden fünf Kennzeichen bzw. Grundhaltungen:

  • Offenheit
  • Geduld
  • Absichtslosigkeit
  • die Bereitschaft, nicht zu bewerten
  • Wohlwollen sich selbst und anderen gegenüber


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