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Anhand des Modells der Konfliktdynamik von Friedrich Glasl möchte ich Ihnen zeigen, dass auch Ihr Verhalten bestimmten psychologischen Mechanismen unterliegt. Es soll Sie dabei unterstützen, Ihr Verhalten zu reflektieren und Handlungsalternativen zur Bewältigung von Konflikten aufzeigen.

Definition sozialer Konflikt

Glasl definiert 2004 einen sozialen Konflikt als eine Interaktion zwischen Aktoren (einzelnen Personen, Gruppen o.ä.). Wobei wenigstens ein Akteur Unvereinbarkeiten im Denken, Vorstellen, Wahrnehmen, Fühlen und oder Wollen mit dem anderen Akteur erlebt. Und zwar in der Art, dass im Realisieren eine Beeinträchtigung durch den anderen Akteur / die anderen Aktoren erfolgt.

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Modell der Konfliktdynamik

Glasls Modell der Konfliktdynamik verdeutlicht die Basismechanismen die, bei aller Individualität, bei jedem Menschen wirken können. Dazu trägt er alle Einzelphänomene zusammen und schematisiert sie. Einige davon lösen einander aus, einige bedingen einander. In jedem Fall tragen sie einzeln oder kombiniert zur Dynamisierung und Eskalation eines Konfliktes bei.

Im Modell wird die Wechselwirkung zwischen Vorgängen der inneren und der äußeren Welt dargestellt. In der Innenwelt gibt es einen Teufelskreis aus Wahrnehmung, Gefühlen und Willen. Diese drei bedingen und beeinflussen einander. In der Außenwelt wird zwischen Verhalten und Effekt unterschieden. Ihre innerpsychischen Vorgänge wirken auf Ihr eigenes Verhalten. Dieses Verhalten wiederum wirkt sich auf das Verhalten Ihres Gegenübers aus und natürlich auch auf Sie selbst.

Wahrnehmung

Auf der Ebene der Wahrnehmung kommt es zu einer Beeinträchtigung der Wahrnehmung, des Denk- und Vorstellungsvermögens aller am Konflikt beteiligten Personen. Dadurch verzerrt sich die Sicht auf sich selbst und Ihren Konfliktgegner. Die Probleme und Geschehnisse werden geschmälert, verzerrt und einseitig. Hier sind zwei Mechanismen am Werk: Die Fähigkeit zur Verarbeitung komplexer Inhalte und Vorgänge reduziert sich und die Aufmerksamkeit wird stark selektierend.

Dadurch, dass sich die Verarbeitung von Informationen sehr stark reduziert, kommt es verstärkt zum “schwarz-weiß”-Effekt. Es werden vermehrt Informationen verarbeitet, die in das Eskalationsschema passen und Ihnen weitere Gründe liefern Ihren Kontrahenten anzufeinden. Jegliche Information mit gegenteiligen Informationen wird ausgelassen.

Die selektive Aufmerksamkeit verstärkt diesen Effekt. Da sie Ihnen “hilft” sich stärker auf das Sammeln negativer Informationen zu konzentrieren und dadurch eine objektive Betrachtung Ihres Kontrahenten unmöglich macht.

Gefühle

Das Gefühlsleben der Kontrahenten wird chaotisch. Sie schwanken zwischen einem Extrem zum Anderen. Dabei können diese Gefühle eine Art Eigenleben entwickeln. So können Sie zum Beispiel eine Abnahme der Empathie, eine gesteigerte Überempfindlichkeit oder laut Glasl auch einen sozialen Autismus erleben.

Als sozialen Autismus bezeichnet Glasl die Veränderung der Gefühlswahrnehmung hin zu einer übersteigerten Selbstwahrnehmung. Die Abnahme des Einfühlungsvermögens verhindert, dass Sie sich in Ihr Gegenüber hineinversetzen können und dessen Reaktionen begreifen können. Dadurch wird ein Ausbruch von Gewalttätigkeiten begünstigt. Im Konflikt wirkt sich die gesteigerte Überempfindlichkeit als Zustand der Übererregung aus. Dadurch können Sie der Umwelt gegenüber misstrauischer werden. Aber Sie können auch genauso gut eine gesteigerte Unsicherheit entwickeln, die dann wiederum weitere Eskalationen begünstigen kann.

Wille

Im Konfliktfall konzentrieren Sie sich immer mehr auf die eigenen vermeintlichen Interessen und zeigen dabei ein oftmals zerstörerisches Verhalten. Etwas das Sie so niemals für möglich gehalten hätten. Gerade in Stressreaktionen fallen wir Erwachsenen gern in “einfache” Verhaltensmuster zurück. Ihre Willensäußerungen radikalisieren sich. Kennen Sie Sätze wie: “Jetzt erst recht!” oder “Entweder … oder … !”?

Diese Effekte beeinflussen und verstärken sich gegenseitig. Das kann dazu führen, dass das Gewaltpotential steigt und Sie starrer und rücksichtsloser agieren. Am Ende fühlen sich alle Konfliktparteien diesem Konflikt völlig ausgeliefert.

Verhalten

Das Verhalten bezieht sich auf Ihre Worte, Taten und nonverbalen Botschaften. Diese Aspekte werden durch die drei zuvor erwähnten Vorgänge bei Ihnen und Ihrem Konfliktpartner geprägt. Vergleichen Sie hierzu auch das Eisbergmodell, nach dem wir immer nur einen kleinen Teil unseres Gegenübers zu sehen bekommen. Im Laufe eines Konflikts verfallen wir dann in stereotype und fixierte Muster.

Beispiel: Der Konflikt wird hitziger. Einer Partei reicht es. Sie versucht sich mit immer lauter werdender Stimme durchzusetzen. Und schließlich haut sie mit der Hand auf den Tisch um sich endlich Gehör zu verschaffen.

Effekte

Wille, Wahrnehmung und Gefühle rufen natürlich auch weitere Effekte hervor. So wirkt es sich zum Beispiel auf die Innenwelt der sich äußernden Person, aber auch auf die Außenwelt der beteiligten Personen aus.

Beispiel: Das auf den Tisch schlagen hat die anderen Parteien aufgeschreckt. Natürlich verlagert sich die Aufmerksamkeit zunächst auf diese Partei. Allerdings sinkt sie in den Augen der anderen durch dieses (exzessive) Verhalten. Nun überlegen sich die andern Parteien, wie sie die Verhandlungen ohne Vorwarnung abbrechen können. Oder aber sie suchen mit verstärkter Aufmerksamkeit nach der Bestätigung für dieses unmögliche Verhalten.

Seminarkonzept

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